„Neu-Macher mit Anstand, Klugheit und Liebe braucht unsere
Gesellschaft“
Neujahrsbotschaft des Landesbischofs zur Jahreslosung 2026
Mit der biblischen Jahreslosung 2026 „Siehe, ich mache alles neu“ verbindet Landesbischof Christian
Kopp eine hoffnungsvolle Botschaft. Das neue Jahr beginne nicht bei null, sondern mitten in einer Welt
voller Brüche, Sorgen und ungelöster Konflikte. „Neuanfang beginnt mitten im Unfertigen“, sagt
Christian Kopp. „‚Alles neu‘ heißt nicht: alles weg, sondern was da ist, wird verwandelt. Verletzungen,
Schuld, Leid und auch das Misslungene bekommen eine neue Richtung.“ Die Jahreslosung sei deshalb
mehr als ein guter Wunsch zum Jahresbeginn. Sie stehe für eine christliche Haltung, die nicht beim
Bestehenden stehen bleibt, sondern auf Verantwortung und Zukunft setzt - persönlich wie
gesellschaftlich.
Neu machen heißt: Das Bestehende verwandeln
Was Erneuerung konkret bedeutet, macht der Landesbischof an einem Maler aus Italien deutlich: Ein
Mann überstreicht nachts mit Graffiti beschmierte Hauswände und hinterlässt den Satz „Dies ist ein Akt
urbaner Liebe“. Für Christian Kopp ist das ein Bild für Menschen, die nicht zuschauen, wie etwas
verkommt, sondern Verantwortung übernehmen: „Solche Neu-Macher mit Anstand, Klugheit und Liebe
braucht unsere Gesellschaft.“ Besonders im Angesicht von Tod und Trauer zeige sich die Tiefe der
Jahreslosung. Der christliche Glaube halte daran fest, dass mit dem Tod nicht alles endet. Hoffnung
bedeute hier nicht verdrängen, sondern die Erfahrung, dass selbst nach großen Verlusten ein neuer Tag
beginnt. Neuanfang beginnt im Kleinen: mit dem Aufstehen am Morgen, mit dem nächsten Schritt, mit
dem Zuhören.
Kirche ist ein Ort des Zuhörens und des offenen Dialogs
Neues brauche Räume, in denen Menschen gehört werden. Kirche verstehe sich als ein Ort des Zuhörens,
des offenen Dialogs und der Gemeinschaft. Kopp verweist auf den Wiederaufbau der evangelischen
Christuskirche in Utting am Ammersee, die nach einem Brand durch das Engagement vieler Menschen
neu entstanden ist – getragen von Solidarität weit über die Kirchengemeinde hinaus. „Wo Menschen
gemeinsam anpacken, wird sichtbar, was Neuanfang heißt.“ Die Jahreslosung 2026 lade dazu ein, jeden
Tag als Geschenk zu sehen, und darauf zu vertrauen, dass Neues wachsen kann.
München, 29. Dezember 2025
Christine Büttner, Pressesprecherin
