Hausgottesdienst am Karfreitag

Christus in der Anna-Kirche
Bildrechte: W A S

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

an diesem Karfreitag sind wir mit dem Gekreuzigten allein. Das bietet uns die Chance, in aller Stille auch unseren eigenen Wunden uns Schmerzen nachzuspüren. Über den Predigttext möchte ich heute kreativ meditieren. Die Kunstwerke können dann in die Anna-Kirche vor den Altar gebracht werden. Zur Vorbereitung werden ein oder mehrere Papierbögen benötigt, Buntstifte, Eddings oder Anderes.

Einen gesegneten Karfreitag,

                                                                                               Ihr Pfr. Wolfram A. Schrimpf

Den Ablauf mit allen Liedern und Texten gibt es hier:

Anleitung zum Pdf: Es empfiehlt sich, zuvor die Lesepassagen (kursiv) unter den Familienmitgliedern aufzuteilen. Hierzu kann der Ausdruck dieses Pdf  mit allen Texten, Noten und Liedern genutzt werden. Mit dem Smartphone können hier im folgenden die Liednummern angeklickt werden, um auch dann mitsingen zu können, wenn keine Gitarre zur Hand ist. 

  • Um 15:00 Uhr, der Sterbestunde Jesu ruft die Sterbeglocke der Anna-Kirche zur Andacht auf.
  • Zeit, alle Lichter zu löschen.
  • Kreuzzeichen
  • Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. (Joh 3,16)

    Mehr hinschauen geht nicht als an diesem Karfreitag. Nichts lenkt ab. Kein schönes Orgelvorspiel; kein voller Gemeindegesang. Nur ich und das Kreuz, nur ich und der Gekreuzigte. Auf dem Bild sieht Christus aus, als schliefe er. So sagt man manchmal von den Toten: als schliefe er, so erlöst und ruhig irgendwie. „Es ist vollbracht“, sagt Jesus kurz bevor er stirbt.

    Und dann ist Ruhe. Für einen Moment lasse ich mich von dieser Ruhe einhüllen, lasse hinter mir, was mich unruhig macht.

    „Es mag sein, dass alles fällt“, heißt es gleich. Ja, manchmal ist es so wie der Liedvers es beschreibt: „dass die Burgen dieser Welt um dich her in Trümmer brechen“. Die Burgen meiner Welt sind Gesundheit, meine Familie und Freunde, ja auch mein Einkommen, meine finanziellen Sicherheiten; all das scheinbar Normale, das in kurzer Zeit in Frage gestellt werden kann: „es mag sein, dass alles fällt“.

    „Halte du am Glauben fest, dass dich Gott nicht fallen lässt: er hält sein Versprechen“, endet die erste Strophe. Ich schaue auf dieses Kreuz, auf Christus, auf die Ruhe, die er ausstrahlt. Hier bin ich richtig. Ich gehe nicht verloren. Die Trümmer dieser Welt werden mich nicht begraben. Denn hier, ganz nah bei Christus, berge ich mich in Gottes Versprechen, dass „alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben."

 

  • Zum Mitsingen: EG 378 Es mag sein, dass alles fällt
  • Gebet
  • Evangelium: Joh 13,17-30
  • Zum Mitsingen: EG 91 Herr stärke mich, dein Leiden zu bedenken
  • Predigttext 2. Korinther 5.14-21
  • Impuls für eine Textmeditation:

    „Die Worte aus dem Brief sind tief und reich. Es braucht Zeit und Konzentration, sich ihrer Bedeutung bewusst zu werden. Dazu folgender Vorschlag:

    + Legen Sie ein klassisches Musikstück, etwa die Matthäuspassion von Bach, in ihre Musikanlage.
    + Legen Sie sich einen Bogen Papier, Buntstifte, Eddings oder Wasserfarben zurecht.
    + Bringen Sie die zentralen Worte dieses Briefes zu Papier: Als Buchstaben; kunstvoll, als Bilder; phantasievoll, als Symbole; grenzenlos. Jeder für sich oder jeder alleine, in jedem Fall: Einer für alle und alle für einen!
    + Tragen Sie Ihr Kunstwerk nach Ihrem Gottesdienst in die Anna-Kirche und legen Sie es vor den Altar.
     
  • Fürbitten und Vaterunser
  • Segen