Veränderungen im Dekanat Neu – Ulm – die Landesstellenplanung 2020

Landesstellenplan 2020
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Liebe Gemeindemitglieder im Dekanat Neu-Ulm,

in regelmäßigen Abständen wird in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern überprüft, wie sich die Anzahl der Hauptamtlichen (Pfarrer*innen, Diakon*innen, Religionspädagog*innen, Gemeindereferent*innen, Kirchenmusiker*innen) zur Mitgliederentwicklung insgesamt verhält. Das hat Auswirkungen darauf, wie die Stellenverteilung in den Regionen und Gemeinden aussieht. Die jetzt bevorstehenden Anpassungen heißen „Landesstellenplanung 2020“, weil die Durchführung letztes Jahr hätte erfolgen sollen. Wegen Corona wurde die Planung auf 2021 verschoben.

Die Planstellen für die hauptamtlich Mitarbeitenden wurden für jede Kirchengemeinde auf zwei Stellen hinter dem Komma berechnet.

Die Stellenkürzungen betragen bayernweit im Schnitt etwa 10% - verantwortlich dafür ist der Rückgang der Mitgliederzahlen und damit auch der Kirchensteuereinnahmen.

Auch wir werden Stellen einsparen müssen. Das ist schmerzlich. Allerdings werden wir in Zukunft etliche Stellen überhaupt nicht mehr besetzen können, da wir 2035 nach den derzeitigen Prognosen mindestens 50% weniger Pfarrer*innen haben werden; bei den anderen kirchlichen Berufsgruppen sind die erwarteten Einschnitte nicht ganz so dramatisch.

Für die Landesstellenplanung 2021 gibt es im Vergleich zu früheren Planungen ein neues Verfahren: Die Landeskirche hat nicht mehr für die einzelnen Kirchengemeinden, sondern für jedes Dekanat ein Kontingent berechnet. Für das Dekanat Neu-Ulm sind es 38 Stellen (ohne Dekan). Davon sind 2 Stellen für die Kirchenmusik vorgesehen. 36 Stellen für theologische (= Pfarrer*innen) und theologisch-pädagogische Mitarbeiterinnen (Diakon*innen, Religionspädagog*innen, Gemeindereferent*innen). Das bedeutet, dass wir in unserem Dekanat insgesamt 3 Hauptamtlichenstellen reduzieren müssen.

Der Dekanatsausschuss hat beschlossen, die Stellenkontingente für die Regionen zu berechnen - mit derselben Berechnungsgrundlage wie sie die Landeskirche verwendet hat. Dazu wurde zunächst festgelegt, welche Stellen weiterhin im Dekanat angesiedelt sein sollten: Nach derzeitigem Stand sollen folgende Stellen erhalten bleiben: die halbe Stelle für Erwachsenenbildung, die drei Stellen für Jugendarbeit auf Dekanatsebene und eine halbe Pfarrstelle, deren Verwendung noch offen ist, möglicherweise eine Springerstelle - das heißt, dass diese Person den Dienst in vakanten Pfarrstellen übernimmt.

Auf der Dekanatsebene werden somit die Stellen von 4,5 auf 4,0 gekürzt.

In die Regionen wurden folgende Stellenkontingente gegeben: Region Mitte (Petrus, Andreas, Erlöser): 4,0 statt bisher 5,0; Ulmer Winkel (Reutti, Steinheim, Elchingen, Pfuhl-Burlafingen) 5,5 statt bisher 6,5; Region Iller (Holzschwang, Weißenhorn, Senden, Vöhringen, Illertissen) 8,5 statt bisher 9,0; Region Günzburg (Riedheim, Leipheim, Günzburg, Burgau, Ichenhausen, Burtenbach, Thannhausen): bleibt bei 8,0;

Ostregion (Haunsheim-Bachtal, Dillingen-Höchstädt, Gundelfingen – Bächingen, Lauingen): bleibt bei 6,0.

Woher kommen die unterschiedlichen Kürzungsraten? Das hat zum Teil damit zu tun, wie bei der letzten Landesstellenplanung die Zuweisungen der Kontingente gerundet wurden. Hier wurden die einzelnen Gemeinden in der Mitte und im Ulmer Winkel aufgerundet, in der Ostregion und in der Region Günzburg auf Grundlage der vorhandenen Zahlen abgerundet. Zum Teil hat es aber auch mit dem Rückgang von Gemeindemitgliedern zu tun, der im Ulmer Winkel und in der Innenstadt besonders stark ausgefallen ist. Damit trifft die Veränderung der aktuellen Landesstellenplanung das Stadtgebiet Neu-Ulm besonders hart.

Trotzdem gilt für alle Kirchengemeinden, Werke und Dienste im Dekanat, dass Veränderungen kommen werden: Die Mitgliederzahlen werden weiterhin stark sinken. Die vorhandenen Stellen werden nicht besetzt werden können. Das bedeutet, dass wir im Dekanat lernen müssen, stärker regional zu denken, damit wir uns bewusst vernetzen und ergänzen können. Genau darum geht es grundsätzlich in der Landesstellenplanung 2020.

Liebe Gemeindemitglieder, wir werden uns von manch Liebgewordenem verabschieden müssen. Wir werden in gewisser Hinsicht Kirche neu denken müssen. Wie wird diese Kirche aussehen? Sie wird eine Kirche sein müssen, die auf die Menschen zugeht und aktiv zum Glauben einlädt, weil die Menschen immer mehr vergessen werden, wer Gott und die Kirche für sie sein könnten. Sie wird eine Kirche sein müssen, die gut hinhört, was Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen brauchen. Sie wird eine Kirche sein müssen, die sich aufs Wesentliche konzentriert und immer wieder neu fragt: Was ist unser konkreter Auftrag und wie können wir ihn mit den Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, umsetzen?

Ich bin zuversichtlich, dass wir einen guten Weg für unsere Gemeinden, Dienste und Werke finden werden. Denn es ist nicht unsere Kirche, sondern die Kirche Jesu Christi. Gottes Segen will und wird uns auf unserem Weg begleiten.

 

Dekan Jürgen Pommer

Pfarrerin Kathrin Bohe, Dekanatsentwicklung