Tolle lege! Nimm, lies!

Bibel unter Rotbuche
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Im Zustand religiöser Unruhe und Ungewissheit verließ Augustinus (354-450 n. Chr.) das Haus, in dem er in Mailand zu Gast war, und ging in den Garten, gefolgt von seinem Freund Alypius. Dort wurde ihm sein Elend bewusst, er brach in Tränen aus. Er entfernte sich von Alypius, legte sich weinend unter einen Feigenbaum und sprach zu Gott. Plötzlich vernahm er eine Kinderstimme, die immer wieder rief: „Nimm, lies!“ (lateinisch Tolle, lege!). Da ihm Ähnliches über Antonius, den Einsiedler aus der Wüste, bekannt war, verstand er: Gott befahl ihm, ein Buch aufzuschlagen und die Stelle zu lesen, auf die sein Blick als erste fallen würde. Er kehrte zu Alypius zurück, schlug die Seiten mit den Paulusbriefen auf und las…

 

So Begann der Weg des gelehrten Augustinus von Hippo als Kirchenvater. Einen Feigenbaum können wir vor unserer Anna-Kirche leider nicht anbieten, dafür aber unsere wunderbare Rotbuche. An schönen Sommertagen steht hier dieser Tisch bereit, mit Bibel, Sonntagsblatt und einer Kanne Wasser. Sie sind eingeladen: Tolle lege!